Kevin Sands: Der Blackthorn-Code 2. Die schwarze Gefahr

Kevin Sands: Der Blackthorn-Code 2. Die schwarze Gefahr

Großes Erbe

Christopher hat ein großes Erbe angetreten: die Apotheke seines ehemaligen Meisters gehört jetzt ihm. Doch darf er sie weder leiten noch etwas verkaufen, weil er noch Lehrling ist. Die Gilde hatte zwar einen Meister zu seiner Unterstützung zugesagt, doch dieser ist niemals gekommen. In London ist nämlich die Pest ausgebrochen, viele sind geflohen, auch die dringend benötigten Apotheker. In dieser schwierigen Zeit taucht plötzlich erst ein Prophet auf, der vorhersagen kann, wer als nächster stirbt und kurz darauf ein Fremder, der behauptet, ein Heilmittel zu haben. Dies soll er in Christophers Apotheke herstellen. Und als wäre das alles nicht genug Aufregung, erfährt Christopher auch noch, dass sein Meister einen Schatz für ihn versteckt haben soll.

Dann fiel mir etwas auf: Der Laden war leer. „Hat da nicht eben jemand geschrien?“
Tom riss die Augen auf. „Du hast einen Kunden in die Luft gesprengt!“
„Nur fast!“, ertönte eine zitternde Stimme.

Kampf gegen die Pest und deren Profiteure

Christopher ist ein schlauer Kopf, der schnell bemerkt, wenn er hinters Licht geführt werden soll. Zusammen mit seinem treuen Freund Tom und Sally, die er aus dem Waisenhaus kennt, versucht er die merkwürdigen Ereignisse zu verstehen und die Zusammenhänge herzustellen. Irgendetwas stimmt nicht und natürlich ist er es, der dahinterkommt, welches Spiel gespielt wird. Dadurch schafft er sich mächtige Feinde und bringt sich und seine Freunde in große Gefahr. Doch Christopher ist zäh. Immer wieder erinnert er sich an die Worte seines Meisters, er forscht, grübelt und riskiert einiges, um wieder Gerechtigkeit in London einziehen zu lassen. Und das alles, während die Zahlen der Pesttoten von Tag zu Tag steigen und jeder Schritt vor das Haus gefährlich werden kann.

Nicht auf den Kopf gefallen

Der junge Apothekerlehrling Christopher ist ein äußerst cleverer und sehr sympathischer junger Mann. Sein Freund Tom ist inzwischen etwas energischer geworden, er versucht, meist erfolglos, Christopher von gefährlichen Aktionen abzuhalten. Doch auch er gerät gleich mehrfach in große Gefahr. Sally ist eine nette junge Frau, die unheimlich zäh ist. Sie würde Christopher, der ihr geholfen hat, nie im Stich lassen.

Wie schon in Teil 1 (zur Rezension) wird hier eine spannende und plausible Geschichte hervorragend präsentiert, geschichtliche Ereignisse werden so verpackt, dass man gar nicht merkt, dass man ganz nebenbei auch etwas lernt. Die Lesung von Oliver Rohrbeck überzeugt, ihm zuzuhören macht großen Spaß und ist überhaupt nicht ermüdend. London zur Pestzeit entsteht vor dem Auge (oder sollte ich sagen Ohr) des Zuhörers: die vielen Pesttoten, das Leid der Armen, der Hunger, die Sorge um Angehörige, die Verzweiflung, die Hoffnung, mit der sich manche an den kleinsten Strohhalm in Form eines absurden Heilsversprechen klammern und die wütende Menge, die sich ständig am Rand eines Aufruhrs bewegt. Die Charaktere sind glaubwürdig. Mir gefällt besonders gut, dass auch das Schicksal und die Beweggründe der Bösen offengelegt werden, die durchaus nachvollziehbar sind. Und trotz des traurigen Themas kommt auch der Humor nicht zu kurz.

Fazit: Eine äußerst gelungene Fortsetzung voller Geheimnisse, Intrigen, Verrat und cleverer Jugendliche, denen es gelingt, hinter die Fassaden zu schauen. Eine absolute Hörempfehlung für alle ab 11 Jahren, die sich gerne von einer spannenden Geschichte ins London des 17. Jahrhunderts entführen lassen wollen.

Cover des Hörbuchs Der Blackthorne-Code. Die schwarze Gefahr von Kevin Sands.

Kevin Sands: Der Blackthorne-Code 2. Die schwarze Gefahr. Gelesen von Oliver Rohrbeck. DAV 2017. 5 CDs, 411 Minuten, Euro 12,99, ISBN 978-3-86231-984-8.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei Buch 7 – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in der Buchhandlung um die Ecke.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.