Jo Hogan: Infernus. Die Macht der Göttin

Jo Hogan: Infernus. Die Macht der Göttin

Das personifizierte Böse droht, die Welt zu vernichten

Maria freut sich auf die Ferien mit ihrem Vater. Als er sie vom Internat abholt, berichtet er ihr aufgeregt, dass er auf einer Konferenz in Ägypten ihre ihnen bis dahin unbekannte Großmutter getroffen hat. die alte Frau hatte eine wichtige Nachricht für ihre Enkelin hatte: Angeblich ist sie diejenige, die die Welt vor dem Bösen retten kann und muss. Normalerweise ist ihr Vater ein Skeptiker, dennoch scheint er dieser alten Frau zu glauben. Bevor er jedoch dazu kommt, ihr alles genau zu erzählen, kommt er bei einem Unfall ums Leben. Doch war es wirklich ein Unfall? Maria zweifelt.

Maria, deren Mutter sich als Kind umgebracht hat, weil sie angeblich Wahnvorstellungen hatte, zieht zu ihrer Patentante – zurück nach Glastonbury,  ihrem Geburtsort, aus dem ihr Vater nach dem Tod der Mutter geflüchtet war. Dort werden ihre Träume von einer bösen Hand, die nach ihr greift, immer stärker. Doch sie findet auch heraus, was es mit dem geheimnisvollen Amulett auf sich hat, das ihre Großmutter ihr mitgeschickt hat. Zusammen mit Joshua, den sie in Glastonbury kennenlernt, geht sie auf die Suche nach Antworten. Ihr Weg führt sie bis nach Ägypten.

Retterin der Welt

Welche Jugendliche würde schon glauben, dass sie dazu ausersehen ist, die Welt vor Belial zu retten, dem personifizierten Bösen? Maria tut es zunächst nicht. Sie ist ein zutiefst verunsichertes, aber hoch intelligentes Mädchen, das Psychosen hat: Sie rasiert sich eine Glatze, weil sie das Gefühl von Haaren nicht erträgt, und hat eine krankhafte Angst vor Schmutz und Bakterien. Nun erfährt sie, dass ihre Mutter die gleichen schrecklichen Träume hatte wie sie und eigentlich die Erbin des Amuletts hätte sein sollen. Das Rätsel des Amuletts reizt sie, sie kann gar nicht anders, als sich auf die Suche zu begeben. Der sehr gut aussehende Joshua unterstützt sie dabei. Gemeinsam erleben sie ein Abenteuer, das beide an ihre Grenzen bringt.

Ganz normale Jugendliche?

Dass Maria ein Mathegenie ist, erfahren die Leser schnell. Auch ihre Psychosen und Ängste lernen sie rasch kennen. Gerade deswegen wirkt sie sympathisch und glaubwürdig. Joshua hält sie zuerst für einen Schönling. Erst bei näherer Bekanntschaft stellt Maria fest, dass sie ihn nicht nur sehr gerne mag, sondern dass er sehr viel weiß, was bei der Lösung ihres Rätsels hilfreich ist. Allerdings stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass vieles nicht so ist, wie es scheint. Die beiden werden zu einem guten Team, das immer wieder über sich hinauswachsen muss, als sie ungeahnte Gefahren bestehen müssen. Ich fand die beiden gut und glaubhaft charakterisiert.

Auch wenn die Leser genauso wenig daran glauben, dass die Welt demnächst vom Teufel, hier Belial, übernommen wird wie Maria und Joshua, werden sie doch von der zunehmenden Bedrohung ergriffen. Mich jedenfalls packte ein ungutes Gefühl, die Spannung steigt mehr und mehr, bis es zu einem dramatischen Finale mit überraschendem Aufgang kommt. Ich hatte das Ende so jedenfalls nicht vorhergesehen.

Rätsel, Artefakte und Mythologie

Mit den beiden Jugendlichen darüber nachzudenken, was die verschiedenen Hinweise bedeuten könnten, die sie finden, fand ich recht interessant, wobei sie mir manchmal etwas schnell auf die Lösung kamen – vor allem in der spannenden Schlusssequenz. Astrologie und die ägyptische Mythologie spielen dabei eine wichtige Rolle. Dank ihrer Väter wissen die beiden darüber gut Bescheid, ich dagegen fand es stellenweise ein wenig verwirrend. Ich finde es allerdings immer ein wenig amüsant, wenn jahrhunderte- oder gar jahrtausendelang niemand hinter die Bedeutung irgendwelcher Hinweise kommt, aber dann schauen zwei Jugendliche kurz darauf und – tadaa – haben sie die Lösung. Aber das tat der Spannung keinen Abbruch.

Unglaubwürdiger war für mich, dass nach tagelangem Aufenthalt in einer Gegend ohne Strom und bewusstlos im Krankenhaus das Smartphone-Akku noch geladen ist (okay, vielleicht war es ausgeschaltet), aber nach einem wetterbedingten Zwangsaufenthalt in einem Hotel und einem halbstündigen Aufenthalt draußen das Akku genau dann leer ist, als das Handy dringend gebraucht wird. Aber zugegeben, das ist nur ein kleines Manko.

Die Geschichte ist flüssig und mitreißend gelesen und zog mich schnell in ihren Bann. Nun heißt es, auf den zweiten Band zu warten, um herauszufinden, ob Maria die Welt retten kann oder das Böse die Macht an sich reißt.

Fazit: Spannendes Abenteuer mit interessanter Protagonistin. Warum träumt Maria immer wieder von dem personifizierten Bösen – und kann es ihr gelingen, die Welt zu retten? Für Jugendliche ab 14 Jahren.

Jo Hogan: Infernus. Die Macht der Göttin. Oetinger 2018. 304 Seiten, Euro 18,00, ISBN 978-3-7891-0903-4.

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