Sabine Ludwig: Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft

Es ist der letzte Schultag vor den Herbstferien. Wenn nur die letzte Stunde nicht wäre – Mathe! Felix hasst Mathe, er hasst Frau Schmitt-Gössenwein und er hat panische Angst vor der Rückgabe der Mathearbeit. Zu recht, wie sich herausstellt, denn er hat eine Sechs. Dabei hat er doch drei Aufgaben richtig. Deswegen will er noch einmal mit seiner Lehrerin reden, aber sie geht gar nicht auf ihn ein. Da wird er so zornig, dass Frau Schmitt-Gössenwein vor seinen Augen schrumpft. Was nun? Er steckt seine Lehrerin in die Tasche und nimmt sie mit nach Hause, um in Ruhe zu überlegen, wie er sie wieder groß bekommt. Nun sind die Ferien endgültig versaut, wer will schon die schlimmste Lehrerin Tag und Nacht an der Backe haben? Verzweifelt überlegt Felix, wie er sie wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzen kann.

Mal ehrlich: Wer hatte in seiner Schulzeit nicht mindestens einen Lehrer, den er abgrundtief gehasst hat? An dem er zumindest in Gedanken den einen oder anderen Vodoozauber vollzogen hat? Eben! Und deswegen dürfte sich auch jeder Leser wunderbar in Felix und sein Gefühl der Ohnmacht gegenüber dieser Person hineinversetzen können. Aber natürlich hat sich niemand überlegt, was wäre, wenn die Wünsche in Erfüllung gehen. Der arme Felix muss da aber nun durch. Nur kurz spielt er mit dem Gedanken, Schmitti, einfach loszuwerden. Aber das bringt er dann doch nicht fertig. Was er alles mit seiner Lehrerin erlebt und was er alles anstellt und riskiert, um sie wieder zu vergrößern, ist eine sehr lustige und teilweise auch spannende Geschichte. Ich habe mich köstlich amüsiert, besonders gefällt mir, wie liebevoll manche Details ausgearbeitet sind.

Sowohl Felix als auch seine Lehrerin machen eine wichtige Entwicklung durch. Sie erkennen den Menschen im anderen und Frau Schmitt-Gössenwein scheint zu merken, dass ihre Art von Pädagogik nicht das Wahre ist. Für Felix ist es sehr schön, dass sich durch die Ereignisse auch seine Eltern wieder näherkommen. Was mir nicht ganz so gut gefällt, ist, dass man letztlich nicht erfährt, was im entscheidenden Moment passiert ist.

Bei meiner Ausgabe des Buches handelt es sich um eine Sonderausgabe mit Bildern des Films, der morgen anläuft (17.12.). Ich habe den Film also noch nicht gesehen. Ich kann aber anhand der Bilder schon sagen, dass nicht alles genauso ist wie im Buch. Aber das ist ja immer so. Zum Beispiel wird Felix im Buch wegen seiner langen Haare von Mario gehänselt, der im Film viel längere Haare hat. Auch Frau Schmitt-Gössenwein scheint Erlebnisse zu haben, die im Buch nicht vorkommen. Mal sehen, ob ich mir den Film anschaue. Falls ja, werde ich berichten … Oder ihr schreibt in den Kommentaren, wie ihr ihn fandet. Aber ganz unabhängig davon ist das Buch auf jeden Fall eine lustige Lektüre für Kinder ab 9 Jahren, bei der die Fantasie manchmal auf Wanderung geht.

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Sabine Ludwig: Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft. Sonderausgabe mit Filmbildern. Dressler 2015. 240 Seiten, Euro 12,00, ISBN 978-3-7915-1246-4.

Zur Verlagsseite – bei Amazon – und in jeder Buchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.