Peter Brown: Das Wunder der wilden Insel

Peter Brown: Das Wunder der wilden Insel

Gestrandeter Roboter

Als das Schiff in einen Sturm gerät, verliert es seine Ladung: Roboter. Einige davon werden an einer Insel angeschwemmt. Die meisten sind kaputt, doch als die neugierigen Otter das Strandgut beobachten, schalten sie einen davon ein: ROZZUM Einheit 7134, kurz Roz. Für Roz beginnt in diesem Moment ihr Dasein, sie weiß nichts von dem, was vorher war. Sie erkundet die Insel und kommt immer besser zurecht, weil sie die Tiere beobachtet und von ihnen lernt. Nur die Bären werden ihr gefährlich, aber alle anderen Tiere haben Angst vor dem knallroten Monster. So lernt Roz, sich zu tarnen. Und weil sie geduldig abwarten kann, lernt sie schließlich auch die Sprache der Tiere. Eines Tages passiert ein Unglück. Zurück bleibt ein Wildgans-Ei. Roz beschließt, sich darum zu kümmern. Nun ist sie auf die Hilfe der anderen Tiere angewiesen. Doch die sind zunächst skeptisch …

Überleben in der Wildnis

Was für eine ungewöhnliche Geschichte! Auf sich allein gestellt, muss ein Roboter lernen, alleine in der Wildnis zu „überleben“. Roz lernt von den anderen Tieren. Doch als sie plötzlich Mutter eines Wildgansjungen wird, geht es nicht mehr nur ums „Überleben“. Zunächst spielt Roz Gefühle. Doch mit der Zeit fühlt sie selbst. Oder wirkt das nur so? Zwischen manchem der lange misstrauischen Tiere und Roz entwickelt sich langsam eine Freundschaft, im harten Winter bilden sie eine Zweckgemeinschaft. Doch was passiert, als Roz dringend Hilfe braucht?

Es ist sehr spannend mitzuerleben, wie Roz lernt, sich auf der Insel zurechzufinden, wie sie Freunde findet, Rückschläge erlebt, ein Gänsejunges aufzieht, sich im Winter von ihm trennen muss, viele Tiere rettet und am Schluss in große Gefahr gerät. Doch die Geschichte ist nicht zu ernst. Immer wieder gibt es auch Situationen zum Schmunzeln oder Lachen. Am meisten werden sich die Kinder sicher über die Stelle amüsieren, als Roz’ Garten von allen Waldtieren gedüngt werden muss.

Roz ist, das liegt in der Natur der Sache, ein sehr vernünftiger Charakter. Doch sie schafft es, von ihrer Programmierung so weit abzuweichen, dass sie ihrem Gänsesohn Liebe zeigen kann und Sorge für die anderen Tiere empfindet. Man kann gar nicht anders, als Roz ins Herz zu schließen, auch wenn sie nur ein (vermeintlich) seelenloser Roboter ist.

Der kleine Gänsejunge muss einige Höhen und Tiefen durchmachen. Es ist nicht einfach, wenn man einen roten Roboter als Adoptivmutter hat, der nicht einmal schwimmen, geschweige denn fliegen kann. Doch er bekommt schließlich die Möglichkeit, sich zu beweisen.

Lustig ist auch das kleine Eichhörnchen, das ohne Punkt und Komma plappert. Auch den etwas grummeligen, schließlich aber gutmütige und hilfsbereite Herrn Biber mag ich sehr.

Einzig das Ende … Ja, es ist stimmig, durchaus, aber ich hätte es mir doch etwas anders gewünscht. Optimistischer.

Die Geschichte wird von Stefan Kaminski wunderbar gelesen. Es kommt keine Minute Langeweile auf, die lange Lesung wird nie monoton, und es gelingt ihm gut, Roz und die Tiere unterschiedlich herauszuarbeiten.

Achtung! Ich weiß nicht, ob es sich nur um einen Produktionsfehler bei einzelnen Hörbüchern handelt oder ob alle betroffen sind: Die Nummerierung stimmt nicht. Als richtige Reihenfolge stellte sich 1 – 4 – 3 – 2 heraus. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das sortiert hatte, etliche Tracks musste ich dazu doppelt hören.

Fazit: Eine wunderschöne, zu Herzen gehende Geschichte über Zusammenhalt, Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Vor allem aber zeigt sie, wie wichtig es ist, jemanden nicht nach seinem Aussehen zu beurteilen, sondern nach seinen Handlungen. Für alle von 9 bis 13 Jahren.

Peter Brown: Das Wunder der wilden Insel. Gelesen von Stefan Kaminiski. DAV 2017. 4 CDs, 4 Stunden 17 Minuten, ab 13,99 Euro.

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Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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