Kay Woodward: Power Women. Geniale Ideen mutiger Frauen

25 tolle Frauen von Kleopatra bis Malala

Auf einer Reise durch die Zeit lernen die Leserinnen und Leser 25 Frauen kennen, die meist ihrer Zeit voraus waren und/oder sich für die Rechte von Frauen einsetzten oder -setzten. Natürlich werden auch in diesem Buch sehr bekannte Frauen wie Marie Curie, Jane Goodall oder Malala Yousafzai vorgestellt, aber es sind auch Frauen dabei, die zumindest ich bisher nicht kannte wie die vietnamesischen Trung-Schwestern, die Widerstand gegen die japanischen Besatzer leisteten, Elena Piscopia, die erste Frau, der ein Doktortitel verliehen wurde, oder Zaha Hidid, eine Architektin. Es handelt sich um Frauen aus zwei Jahrtausenden, die in Kunst, Wissenschaft, Sport, Politik oder anderen Bereichen Herausragendes leisteten.

Diese Frauen werden vorgestellt: Kleopatra, die Trung-Schwestern, Murasaki Shikibu, Jeanne d’Arc, Elena Piscopi, Katharina die Große, Ada Lovelace, Florence Nightingale, Harriet Tubman, Emmeline Pankhurst, Marie Curie, Virginia Woolf, Amelia Earhart, Frida Kahlo, Rosa Parks, Jane Goodall, Valentina Tereschkowa, Junko Tabei, Wangari Muta Maathai, Zaha Hadid, Michelle Obama, Judith Polgár, Marta Vieira da Silva, Emma Watson und Malala Yousafzai.

Jeder große Traum beginnt mit einem Träumer. Vergiss nie, dass du in dir die Kraft, die Geduld und die Leidenschaft hast, um nach den Sternen zu greifen und die Welt zu verändern. (Harriet Tubman)

Für jede Frau stehen vier Seiten zur Verfügung. Zunächst gibt es eine kurze Einführung in das Leben der jeweiligen Frau, daneben eine große Zeichnung. Es folgt eine kurze Übersicht mit Name, Lebensdaten, Nationalität und Beruf, dann wird  ausführlicher über die Frau berichtet. Auf einer weiteren Seite folgen ein Zitat und die Rubrik: Was würde (Name) tun. Hier wird eine Frage gestellt oder ein Problem erläutert, die/das ein heutiges Mädchen haben könnte und erklärt, was die jeweilige Frau in solch einer Situation tun würde.

Am Ende des Buches gibt es noch eine Quiz, mit dem man herausfinden kann, welcher von fünf fantastischen Frauen man am meisten ähnelt, und eine Zeitleiste.

Inspiration für die Leserinnen

Ich finde die Auswahl der porträtierten Frauen sehr gelungen. Sie decken nicht nur einen großen Zeitraum ab und kommen aus den verschiedensten Winkeln der Welt, sondern vor allem ein breites Spektrum an Berufen und Interessensgebieten. Ob sich ein Mädchen für Kunst interessiert oder doch eher für Politik oder Naturwissenschaft, sie wird eine Frau finden, die in diesem Bereich Ungewöhnliches geleistet und sich in der Männerwelt durchgesetzt hat.

Die Texte sind weitgehend verständlich und teilweise in recht lockerem Ton geschrieben, sprachlich aber etwas anspruchsvoll. Das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren gedacht, da sind Begriffe wie „charismatisch“ oder „erzürnt“ vielleicht doch noch zu schwierig. Sie bringen die Leistungen der Frauen gut auf den Punkt, indem sie auch aufzeigen, wie die Welt aussah, in der die Frauen lebten. Die Bilder stammen von acht verschiedenen Illustratorinnen und Illustratoren und die meisten finde ich richtig toll. Nur die Bilder von Jonny Wan sind mir zu kantig und abstrakt. Bei den Bildern von Frida Kahlo, Marta Vieira da Silva und Malala Yousafzai frage ich mich allerdings, ob sie nicht etwas zu hellhäutig dargestellt sind. Ich finde es sehr wichtig, dass die Mädchen sehen, dass Frauen aller Hautfarben herausragend waren und sind und auch sie alles erreichen können – egal welche Schattierung ihre Haut hat.

Nicht überzeugt hat mich die Rubrik „Was würde (Name) sagen?“. Immer wieder stehen dort Sätze wie „Natürlich wissen wir nicht, was (Name) wirklich getan hätte, aber …“ Nur selten passt die Frage wirklich zu der vorgestellten Frau, weil diese in einer vergleichbaren Situation war. Dann überzeugt die Antwort auch eher. Ich bezweifle, dass sich die Jugendlichen davon angesprochen fühlen. Diese Tipps und Tricks zum Umgang mit schwierigen Situationen hätte man auch anders verpacken können.

Vielleicht seid ihr neugierig, welches Ergebnis ich beim abschließenden Quiz hatte: gar keins, meine Antworten waren recht gleichmäßig verteilt. Was schließe ich daraus? Entweder bin ich einfach durchschnittlich oder ich bin eben einzigartig. Ich habe mich mich für letztere Interpretation entschieden. 😉

Ein Vorbild für mich?

Der Verlag macht zum Erscheinen des Buches eine kleine Blogparade und fragt nach einer Frau, die mich besonders beeindruckt hat. Als ich promovieren wollte, was mit zwei kleinen Kindern zu Hause nicht so einfach war, las ich das Buch Die Frau in den Bäumen von Margaret D. Lowman, in dem die Biologin ihren wissenschaftlichen Werdegang und ihren Kampf um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschreibt. Das fand ich damals äußerst inspirierend. Es gibt aber auch einige Frauen, die ich im Laufe meines Lebens kennengelernt und für ihre Lebensleistung oder ihre Art bewundert habe.

Und euer Vorbild?

Welche Frau findet ihr toll, ob in der Geschichte oder Gegenwart, egal ob persönlich bekannt oder ob ihr über sie gehört oder gelesen habt. Wer hat euch inspiriert? Bitte beantwortet mir diese Frage in den Kommentaren (gerne mit Begründung, nicht nur Namedropping). Zu gewinnen gibt es ein Exemplar des vorgestellten Buches Power Women.

Die Gewinnerin oder der Gewinner wird von mir ausgelost. Ihr habt bis zum 03. Juli um Mitternacht Zeit für euren Kommentar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Fazit: Ein inspirierendes Buch für Jugendliche ab etwa 12 Jahren, das eine tolle Auswahl faszinierender Frauen vorstellt.

Kay Woodward: Power Women. Geniale Ideen mutiger Frauen. Aus dem Englischen von Andreas Jäger. ars edition 2018. 112 Seiten, Euro 16,00, ISBN 978-3-8458-2862-6.

__________________________________________________

WERBUNG (*)

Zur Verlagsseite – bei Amazon – bei der Autorenwelt – im Onlineshop eurer Buchhandlung – und in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Ich bekomme kein Geld von den Verlagen, sie stellen mir lediglich ein Buch zur Verfügung. Das verpflichtet mich zu nichts, ich schreibe auch kritische Rezensionen oder verzichte ganz darauf, ein Buch zu besprechen. Meine Meinung ist nach wie vor unabhängig. Die Links sind ein Service für euch Blogbesucher, auf den ich nicht verzichten möchte. Lediglich über den Amazon-Affiliate-Link verdiene ich etwas Geld – falls jemand etwas bestellt, nachdem er den Link benutzt hat, bekomme ich ein paar Cent.

7 Kommentare zu “Kay Woodward: Power Women. Geniale Ideen mutiger Frauen

  1. Pingback: Verlosung Kay Woodward: Power Women – Kinderohren

  2. Mich inspiriert eine Frau aus dem „echten Leben“, eine alleinerziehende Mutter. Sie wuppt das Leben mit ihren Kindern so gut und immer, wenn ich wegen meinen Kindern gestresst bin, denke ich an sie und dass ihre Situation viel schwieriger ist und man den Alltag mit Kindern wirklich meistern kann 😉

    Gefällt 1 Person

  3. Die drei Gründerinnen von #BlackLivesMatter: Patrisse Khan-Cullors, Alicia Garza und Opal Tometi. Es ist großartig, mit welchem Erfolg und welcher Wirkmacht sie Social Media für eine neue Form des Aktivismus, einen digitalen Aktivismus, genutzt haben. Die Kampagne hat mich erstmals darauf gebracht, dass die neue Social-Media- und Hashtag-Kultur nicht nur eine Welt schnöseliger Influencer, die für Produkte werben, hervorgebracht hat, sondern auch ganz neue Möglichkeiten, sich politisch zu vernetzen und seine Anliegen selbst an die Öffentlichkeit zu bringen! Was die drei geleistet haben ist großartig.

    Gefällt 1 Person

  4. Waris Dirie. Ich las ihre Autobiografie „Wüstenblume“ als ich 15 war. Das war der erste Moment, in dem mir geschlechtsspezifische Diskriminierung und Gewalt bewusst wurden und Diries psychische Stärke und Willenskraft erschienen mir damals einfach unglaublich. Sie hatte mich und zwei Mitschülerinnen damals so nachhaltig beeindruckt, dass wir drei an unserer Schule dann ein Benefizkonzert organisiert hatten, dessen Einnahmen einem Projekt gegen weibliche Genitalverstümmelung zugute kamen. Wenn ich so drüber nachdenke, hat vielleicht mein ganzer feministisches Engagement letztlich damals mit Waris Dirie begonnen.

    Gefällt 1 Person

  5. Mich inspiriert ganz besonders Maria Sibylla Merian. Sie war Malerin und Naturwissneschaftlerin. Im Jugendalter hat sie die Metarmorphose der Raupe zum Schmetterling beobachtet und gemalt. Eine Pionierleistung!

    Gefällt 2 Personen

  6. Als Jugendliche fand ich Greta Garbo großartig – so geheimnisvoll erschien sie mir.
    Später hatte ich große Hochachtung vor Marie Curie, weil sie sich in den „männlichen“ Naturwissenschaften durchgesetzt hat.
    Heute habe ich große Hochachtung vor Michelle Obama – grandios, wie sie das „Gattinenamt“ für ihr Engagement genutzt hat und dabei Haltung zeigte.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.